Angst- / Stressbewältigung & Stressmanagement
Stress entsteht, wenn Anforderungen als größer wahrgenommen werden als die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten. Ursachen können äußere Faktoren wie Zeitdruck, Leistungsanforderungen, Konflikte oder Reizüberflutung sein, aber auch innere Faktoren wie Perfektionismus, hohe Selbstansprüche oder negative Denkmuster. Der Körper reagiert dabei mit einer Aktivierung des Nervensystems und der Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Kurzfristig steigert das zwar die Leistungsfähigkeit, langfristig kann es jedoch zu körperlichen und psychischen Stresssymptomen führen, wie etwa Verspannungen, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Gereiztheit oder Erschöpfung.
Zur Reduktion von Stress stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.
Entspannungsmethoden wie Atemtechniken oder Progressive Muskelentspannung wirken direkt auf das Nervensystem und senken körperliche Anspannung. Achtsamkeitsübungen helfen, den Fokus auf den gegenwärtigen Moment zu richten und Grübelgedanken zu reduzieren. Kognitive Verfahren zielen darauf ab, belastende Gedanken zu hinterfragen und realistischer zu bewerten. Auch Bewegung unterstützt den Abbau von Stresshormonen, während gutes Zeitmanagement und klare Prioritätensetzung helfen, stressauslösende Faktoren langfristig zu verringern.
Die Wirkung dieser Maßnahmen besteht darin, das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung wiederherzustellen. Körperliche Reaktionen werden reguliert, emotionale Stabilität gestärkt und die Wahrnehmung von Kontrolle erhöht. Entscheidend hierfür ist die regelmäßige Anwendung, da nachhaltige Veränderungen durch die Wiederholungen entstehen. Geeignete Maßnahmen sollten daher individuell angepasst werden und sowohl kurzfristige Entlastung als auch langfristige Prävention berücksichtigen. Das Ziel besteht darin, die eigene Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu stärken, Stressoren besser zu bewältigen und gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Insgesamt geht es darum, einen gesunden Umgang mit Belastungen zu entwickeln und das persönliche Wohlbefinden dauerhaft zu fördern.
Angststörungen
Sinnestäuschungen und Wahrnehmungsstörungen
Wahrnehmen ist ein aktiver Prozess der Auseinandersetzung mit der sinnlich erfassbaren Außenwelt. Dabei gehen biologische und psychische Prozesse ineinander über:
- Sinnesorgane, reizaufnehmende Nerven, Verarbeitungsinstanzen des Nervensystems (Gehirn u. a.)
- kognitive Prozesse des Auffassens, Filterns, Assoziierens, Interpretierens, Wertens usw.
Wahrnehmung setzt sich aus einem Sinnesreiz sowie seiner körperlichen Weiterverarbeitung und aus der kognitiven Weiterverarbeitung des Sinnesreizes zusammen.
Wahrnehmungsinterpretationen sind auch bei ein und derselben Person zeitlich nicht konstant. Sie werden u. a. durch Gefühle beeinflusst.
Die Wahrnehmung kann quantitativ und qualitativ gestört sein:
- quantitative Störung: lückenhafte oder verminderte Wahrnehmung tatsächlicher Außenreize (Diese Störung ist bei körperlichen Störungen der Sinnesorgane oder des Gehirns anzutreffen.)
- qualitative Störung: veränderte Wahrnehmung ohne tatsächliche Außenreize, mit einem veränderten Realitätserleben.
Angst, Phobie und Panik
Unter Angst versteht man ein unbestimmtes, ungerichtetes Gefühl der Beengung, Bedrohung oder des Ausgeliefertseins. Es bezieht sich nicht auf eine Ursache.
Furcht hingegen kennzeichnet die Angst vor einem Ereignis, einer Person oder einem Gegenstand. Angst geht immer mit körperlichen Symptomen einher, da diese Emotion eng mit dem vegetativen Nervensystem verbunden ist: Es kommt zu Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Magendruck u.a.
Angst kann sich in verschiedenen Formen oder Ausdrucksweisen zeigen.
Realangst (Furcht): Dies kann beispielsweise die Angst vor Examen, unbekannten Situationen, dunklen Kellern u.a. sein.
Phobie (Flucht, Furcht)
Die Angst wird durch ganz bestimmte Situationen oder Gegenstände hervorgerufen, die normalerweise nicht zu dieser Reaktion führen. Es kommt oft schon im Voraus zu angstbesetztem Denken, zu einem Vermeidungsverhalten. Die Phobien ähneln darin den Zwängen.
Sonderformen der Phobie (Beispiele):
- Agoraphobie: Angst vor freien Plätzen
- Klaustrophobie: Angst vor engen oder geschlossenen Räumen
- Arachnophobie: Angst vor Spinnen
- Akrophobie: Höhenangst
Ängste sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Die Angst ist ein Gefühl, das vermutlich jeder Mensch schon einmal erlebt hat – denn dieses Gefühl ist für uns (über-)lebenswichtig. Die Angst ist ein wichtiges Alarmsignal, mit dem unser Körper versucht, uns vor einer aktuellen oder drohenden Gefahrensituation zu warnen.
Angst ist ein Gefühl der Nervosität, Besorgnis oder Unsicherheit, die ein normales menschliches Erlebnis darstellt. Sie ist auch in einer Vielzahl von psychischer Gesundheitsstörungen vorhanden, darunter generalisierte Angststörung, Panikstörung und Phobien. Auch wenn jede dieser Störungen anders ist, können sie alle mit Leid und Funktionsstörungen einhergehen, die mit Stress und Angst zusammenhängen.
Angst ist eine normale Reaktion auf eine Bedrohung oder auf psychischen Stress. Normale Angstgefühle beruhen auf Furcht und stellen eine wichtige Überlebensfunktion dar. Wenn man einer gefährlichen Situation ausgesetzt ist, wird durch das Angstgefühl eine „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“ (englisch: Fight or Flight) ausgelöst. Bei dieser Reaktion treten eine Reihe körperlicher Veränderungen auf, beispielsweise versorgt eine erhöhte Durchblutung des Herzens und der Muskeln den Körper mit der notwendigen Energie und Kraft, um auf lebensbedrohliche Situationen zu reagieren, z. B. vor einem aggressiven Tier zu fliehen oder sich gegen einen Angreifer zu verteidigen. Angstgefühle können einer Person helfen, sich an gewöhnlichere Stressfaktoren zu gewöhnen, indem diese sie dazu motivieren, sich durch Übung und Durchspielen der Situation darauf vorzubereiten. Angst kann sogar dazu führen, dass eine Person sich potenziell gefährlichen Situationen mit der gebotenen Vorsicht nähert.
Symptome von Angststörungen
Angstgefühle können plötzlich, beispielsweise als Panik, auftreten oder sich allmählich über Minuten, Stunden oder Tage aufbauen. Angstgefühle können unterschiedlich lang andauern, von wenigen Sekunden bis zu Jahren. Die Intensität von Angstgefühlen reicht von kaum spürbaren Bedenken bis zu ausgewachsenen Panikattacken, die Kurzatmigkeit, Schwindel, Herzrasen und Zittern (Tremor) verursachen können.
Angststörungen können viele körperliche Symptome hervorrufen, unter anderem:
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Kurzatmigkeit, Erstickungsgefühl
- Schwindel, Ohnmacht, Schweißausbrüche, Hitze- und Kältewallungen
- Herzklopfen, Herzrasen
- Muskelverspannungen, Brustschmerzen oder Brustenge
Es kann hilfreich sein, wenn die betroffene Person ein detailliertes Panik- oder Sorgentagebuch führt, in dem sie die Symptome beschreibt und die Faktoren nennt, die damit in Verbindung standen (Tag, Uhrzeit, sämtliche bekannte Angstzustände). Denn sich später beim Arzt an die Details vergangener Zustände zu erinnern, kann schwierig sein. Die erfolgreichsten Behandlungsstrategien beruhen oft auf dem Wissen über die jeweiligen Details.
Angststörungen können besorgniserregend sein und das Leben eines Menschen so sehr beeinträchtigen, dass sie zu Depressionen führen können. Menschen mit Angststörungen (außer mit bestimmten sehr spezifischen Phobien, wie die Angst vor Spinnen) sind mindestens doppelt so anfällig für Depressionen wie Menschen ohne Angststörungen. Manchmal leiden die Betroffenen zuerst an Depressionen und entwickeln später eine Angststörung. Die Betroffenen können versuchen, gegen ihre Angst mit Alkohol oder Drogen anzukämpfen und dadurch eine Substanzgebrauchsstörung entwickeln. Welche die Ursache aber leider nicht löst.
